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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Donnerstag, 12. Juli 2018
Verlust der Ähnlichkeit

Man sagt, ein Schnäpschen, insofern
Es kräftig ist, hat jeder gern.
Ganz anders denkt das Volk der Bienen.
Der Süffel ist verhasst bei ihnen,
Sein Wohlgeruch tut ihnen weh.
Sie trinken nichts wie Blütentee,
Und wenn wer kommt, der Schnäpse trank,
Gleich ziehen sie den Stachel blank.

Letzthin hat einem Bienenstöckel
Der brave alte Schneider Böckel,
Der nicht mehr nüchtern in der Tat,
Aus Neubegierde sich genaht.
Sofort von einem regen Leben
Sieht Meister Böckel sich umgeben.
Es dringen giftgetränkte Pfeile
In seine nackten Körperteile,
Ja, manche selbst durch die nur lose
Und leichtgewirkte Sommerhose,
Besonders, weil sie stramm gespannt.
Zum Glück ist Böckel kriegsgewandt.
Er zieht sich kämpfend wie ein Held
Zurück ins hohe Erbsenfeld.
Hier hat er Zeit, an vielen Stellen
Des Leibes merklich anzuschwellen,
Und als er wiederum erscheint,
Erkennt ihn kaum sein bester Freund.
Natürlich, denn bei solchem Streit
Verliert man seine Ähnlichkeit.

Donnerstag, 28. Juni 2018
Duldsam

Des Morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh' ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.

Besonders gern betracht' ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.

Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frißt
Sie auf bis auf die Häute.

Schlupfwespchen, flink und klimperklein,
Sosehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebendgem Leibe.

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.

Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh' sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.

So seh' ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.

Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag' ich ohne jeden Zorn:
»Kein Röslein ohne Läuschen!«

Donnerstag, 21. Juni 2018
Ach Ja(hr) ...

Frühling, Sommer und dahinter
Gleich der Herbst und bald der Winter –
Ach, verehrteste Mamsell,
Mit dem Leben geht es schnell.

Donnerstag, 7. Juni 2018
Siegerklassen des Wolfenbütteler Comicpreises in Hannover

Durch den Geheimgang des Landtags und im
Museum Wilhelm Busch

Um den genialen niedersächsischen Künstler Wilhelm Busch wieder enger mit Wol-fenbüttel in Verbindung zu bringen und ihn an die Jugend heranzuführen, wurde 2017 der Wolfenbütteler Comicpreis „Wilhelm Busch & Co.“ für Einzelkünstler und Schulklassen gestiftet. Gesucht wurden Comics zum Thema „Max und Moritz heute. Streiche von Mädchen und Jungen in unserer Gegenwart – als Comic gezeichnet und erzählt.“
Für die besten Klasseneinsendungen wurden Fahrten nach Hannover mit Besichti-gung des „neuen“ Landtages und des Museums „Wilhelm Busch“ sowie 500 € für die Klassenkasse vergeben. Den Ersten Preis gewann die Klasse 8.1 der Werla-Schule Schladen, einen der Zweiten Preise erhielt das Gymnasium Kleine Burg, Braunschweig. Mit einem Bus von DerSchmidt, neben der Curt Mast Jägermeister Stiftung und den Wolfenbütteler Wirtschaftsgesprächen einer der Hauptsponsoren, erreichten die Schüler und die sie begleitenden Lehrkräfte bei strahlendem Frühsommerwetter die Landeshauptstadt.
Begrüßt und betreut wurden die Gäste von Landtagsvizepräsident Frank Oesterhel-weg und seinen Mitarbeitern. Schwungvoll und gut gelaunt führte er die Besucher zunächst aus dem beeindruckenden, 2014 bis 2017 völlig neugestalteten Landtagsgebäude in das Provisorium, welches das Parlament zuvor benutzt hatte. Man ging durch einen (nichtöffentlichen) Tunnel, der in den 70er Jahren angelegt worden war, um Abgeordnete, Mitarbeiter und Besucher vor Anschlägen der RAF zu schützen. Keinem der Gäste war dieser bis dahin bekannt. Zurück im neuen Plenarsaal wurde vom Landtagsvize dann die Parlamentsarbeit nicht nur in Niedersachsen erläutert und mit den Jugendlichen diskutiert.
Danach spazierte man mit einer kurzen Erläuterung am Denkmal der „Göttinger Sieben“ vorbei zur Rückseite des Landtages (ehemals Welfenschloss). Dort gab es ein abwechslungsreiches Picknick unter alten Bäumen an der Leine.
Im zauberhaften Georgenpalais oder Wallmodenschlösschen inmitten des Georgen-gartens konnten sich die Besucher am Nachmittag an den Schätzen der international renommierten Sammlung „Wilhelm Busch — Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ vergnügen. Eine Führung der Stellvertretenden Museumsdirektorin Ruth Brunngraber-Malottke durch die Busch-Abteilung stand im Mittelpunkt. Doch auch der eigenständige Rundgang durch eine Ausstellung von angriffslustigen Zeichnungen des bedeutenden englischen Karikaturisten Gerald Scarfe und das Stöbern im reich bestückten Museumsshop waren anregend und erheiternd.
Das Ergebnis des Tages fasste eine der begleitenden Lehrerinnen so zusammen: „Die Exkursion hat den Schülern und mir Spaß gemacht, und wir waren überrascht, dass es so unterhaltsam war.“

Im Auftrag der Initiative „Wolfenbütteler Comicpreis
Dr. Georg Ruppelt
Mobil: 0170 81 90 444
Mail: georgruppelt@t-online.de
www.georgruppelt.de

Donnerstag, 10. Mai 2018
Sommer - Sonntag - Sonnenschein

Sommer - Sonntag - Sonnenschein. -
Blühende Kirchhofslinde
Nickt durchs zerbrochene Fenster hinein
Der Kirche im Morgenwinde.

Vogel fliegt dort ein und aus
Friedlich am Sonntagmorgen,
Oben im stillen Gotteshaus
Glaubt er sein Nest geborgen.

Kirche - Orgel und Choral,
Warm ist's im Kirchenraume;
Dorfes Mütterchen allzumal
Nicken behaglich im Traume.

Still Gesang. Das Wort beginnt:
Gott kommt in Strafgewittern;
Worte so da geschrieben sind:
Heulen und Kniezittern. -

Jeder Schläfer fährt so bang
Auf aus behaglichem Traume.
Doch der Vogel, der Vogel sang
Laut ein Lied in dem Raume.

War ein Lied vom Sonnenschein,
Frühling und Frühlingstriebe:
War ein Lied so hell und rein;
Frühling und Gottes Liebe!

Dummen Vogels dummes Lied,
Dachte der Küster verdrossen.
Als er, der letzte, die Kirche mied,
Hat er das Nest zerstoßen.

Ängstlich flattert das Vögelein
In der blühenden Linde,
Die da nickt zum Fenster hinein
Der Kirche im Morgenwinde.

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