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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Mittwoch, 14. August 2019
Helene

"Helene!" - sprach der Onkel Nolte -
"Was ich schon immer sagen wollte!
Ich warne dich als Mensch und Christ:
Oh, hüte dich vor allem Bösen!
Es macht Pläsier, wenn man es ist,
Es macht Verdruß, wenn man's gewesen!"

"Ja, leider!" - sprach die milde Tante -
"So ging es vielen, die ich kannte!
Drum soll ein Kind die weisen Lehren
Der alten Leute hochverehren!
Die haben alles hinter sich
Und sind, gottlob! recht tugendlich!"

Mittwoch, 31. Juli 2019
TRÖSTLICH

Nachbar Nickel ist verdrießlich,
Und er darf sich wohl beklagen,
Weil ihm seine Pläne schließlich
Alle gänzlich fehlgeschlagen.

Unsre Ziege starb heut morgen.
Geh und sag's ihm, lieber Knabe!
Dass er nach so vielen Sorgen
Auch mal eine Freude habe.

Mittwoch, 24. Juli 2019
Hitze

Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand,
Die gingen immer Hand in Hand,
Und selbst in einer Herzensfrage
Trat ihre Einigkeit zutage.

Sie liebten beide Nachbars Käthchen,
Ein blondgelocktes, kleines Mädchen.
Einst sagte die verschmitzte Dirne:
Wer holt mir eine Sommerbirne,
Recht saftig, aber nicht zu klein?
Hernach soll er der Beste sein.

Der Fritz nahm seinen Freund beiseit
Und sprach: Das machen wir zu zweit;
Da drüben wohnt der alte Schramm,
Der hat den schönsten Birnenstamm;
Du steigst hinauf und schüttelst sacht,
ich lese auf und gebe acht.

Gesagt, getan. Sie sind am Ziel.
Schon als die erste Birne fiel,
Macht Fritz damit sich aus dem Staube,
Denn eben schlich aus dunkler Laube,
In fester Faust ein spanisch Rohr,
Der aufmerksame Schramm hervor.

Auch Ferdinand sah ihn beizeiten
Und tät am Stamm heruntergleiten
In Ängstlichkeit und großer Hast;
Doch eh er unten Fuß gefaßt,
Begrüßt ihn Schramm bereits mit Streichen,
Als wollt’ er einen Stein erweichen.

Der Ferdinand, voll Schmerz und Hitze,
Entfloh und suchte seinen Fritze.
Wie angewurzelt blieb er stehn.
Ach, hätt’ er es doch nie gesehn:
Die Käthe hat den Fritz geküßt,
Worauf sie eine Birne ißt.

Seit dies geschah, ist Ferdinand
Mit Fritz nicht mehr so gut bekannt.

Freitag, 28. Juni 2019
Wilhem Busch Schulen

1.
Wilhelm-Busch-Grundschule
Grundschule
Wolfenbüttel
05331 9278210
2.
Wilhelm-Busch-Schule Wasserleben
Wasserleben
039451 63830
3.
Wilhelm-Busch-Schule
Gifhorn
05371 7727
4.
Wilhelm-Busch-Schule
Hannover
0511 16849650
5.
Wilhelm Busch Schule
Barsinghausen
05105 7743800
6.
Wilhelm-Busch-Schule
Göttingen
0551 4005126
7.
Wilhelm-Busch-Schule Ebergötzen
Ebergötzen
05507 1288
8.
Wilhelm-Busch-Schule
Soltau
05191 2478
9.
Wilhelm-Busch-Schule
Wernigerode
10.
Wilhelm-Busch-Schule
Rehburg-Loccum
05037 97020
11.
Wilhelm-Busch-Schule
Brandenburg an der Havel
03381 702223
12.
Wilhelm-Busch-Schule
Bohmte
05475 346


Donnerstag, 20. Juni 2019
Adieu, Spargel!

Mach es gut, Spargel – bis zum nächsten Jahr!

In dieser Kolumne, die sich nach der ersten Zeitung der Welt, dem in Wolfenbüttel gedruckten „Aviso“ benennt und die seit dem August 2009 in der Wolfenbütteler Zeitung erscheint, haben wir oft dem in unserer Region beheimateten Spitzengemüse gehuldigt, dem Spargel.
Nun ist die Saison wieder einmal vorbei. Man merkt es daran, dass die appetitlichen, fröhlichen Buden mit Spargel-, Obst- und Saftangeboten aus dem Landkreis an den Durchgangsstraßen und vor Discountern feh-len. Und auch die Speisekarten unserer Restaurants sehen nun anders aus, denn dieses Spitzengemüse wird von seinen Genießern nie als „Sättigungsbeilage“ gegessen, sondern ist kulinarischer Höhepunkt einer Mahlzeit. So wird denn auch die Hauptsache vor der Nebensache auf der Menü-Karte genannt: Spargel mit Schnitzel, mit Schinken, Lachs, Rührei etc. Schon in der „Frommen Helene“ von Wilhelm Busch heißt es in der (richtigen) Reihenfolge: „Denn Spargel, Schinken, Koteletts/Sind doch mitunter auch was Netts.“ Aber am Johannistag (Johanni), dem 24. Juni, heißt es: Spargel ade!
Der Spargelfreund verabschiedet sich an diesem Tag von seiner geliebten Speise, denn dann wird traditionell das Spargelstechen eingestellt. „Kirschen rot, Spargel tot“ heißt die alte Bauernregel. Und der wahre Fein-schmecker wartet nun auf das nächste Frühjahr, denn keinesfalls wird er sich mit aus anderen Erdteilen eingeflogenem Ersatz für sein Spitzenge-müse aus der Region zufrieden geben. So sehr die logistische Leistung auch erstaunt: Spargel aus Peru zu Weihnachten muss nicht unbedingt sein.
Er tröstet sich mit Lessing, der im Juni 1770 an seine Verlobte Eva König schrieb: „Und bedenken Sie fein, dass der Mensch nicht bloß von Geräuchertem und Spargel, sondern, was mehr ist, von einem freundlichen Ge-spräche, mündlich oder schriftlich, lebet.“
Und nächstes Jahr heißt es wieder: „Gute Butter, Petersi-lie,/Frühkartoffeln, etwas Salz/Und sechs Pfund für die Fami-lie:/Spitzenfutter! – Gott erhalt’s!
Edler Wein, er soll euch munden!/Weißer ist es mit Bedacht,/Weiß sind auch die dicken, runden/Spitzenstücke – oh, wie lacht/
Lieblich uns die Pracht entgegen,/Die uns die Natur geschenkt./Speist mit Muße diesen Segen!/Schuft, wer dabei Schlechtes denkt.“
(AVISO in: Braunschweiger Zeitung/Wolfenbütteler Zeitung vom 19. 06. 2019.)



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