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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Mittwoch, 6. März 2019
Krach um Wilhelm Busch II

Georg Ruppelt:
Aviso. Als Lausbuben noch Autofahrer warnten. In: Wolfenbütteler Zeitung. Braunschweiger Zeitung. 6. März 2019.

Im letzten Aviso hatten wir über einen Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1952 berichtet, der Werbemaßnahmen des Verkehrsvereins Wolfenbüttel zum Gegenstand hatte. Unter Verwendung von Zeichnungen und Versen Wilhelm Buschs hatten Dr. Heinz Grunow und Lothar Heinemann Werbemittel verschiedenster Art gestaltet und herstellen lassen. Hinzu kam ein Puppenspiel „Max & Moritz“ von Heinz Grunow. Max und Moritz ersetzten auch als Pappfiguren einen Totenkopf, der bis dahin am Lechlumer Holz an der Einfahrt in die Stadt als Verkehrswarnung gedient hatte. Die beiden Lausbuben warnten die Ankommenden nun mit dem Grunow‘schen Vers „Fahr langsam durch die schöne Stadt,/Sonst setzen wir dich hier schachmatt.“
Diese Text- und Graphik-Mixturen aus Busch, Grunow und Heinemann riefen den Busch-Verlag Braun & Schneider aus München auf den Plan, der die „originalen Nachschöpfungen“, so Grunows Bezeichnung seiner Texte, als so schlecht bezeichnete, dass sie dem Werk von Wilhelm Busch Abbruch tun könnten. Vor allem verstießen sie aber gegen das Urheberrecht, nach dem (damals) die Rechte an einem Werk erst 50 Jahre (heute 70) nach dem Tod des Autors erlöschten. Wilhelm Busch war 1908 gestorben.
Nach einer zweiten Verhandlung vor dem Braunschweiger Landgericht nahmen die beiden Parteien schließlich den Vergleichsvorschlag des Gerichtes an. Die „Wolfenbütteler Zeitung. Wolfenbütteler Stadt- und Kreis-Nachrichten. Schöppenstedter Tagesspiegel. Hornburger Anzeiger. Gegr. 1786“ berichtete am 5. Juni 1952 unter der Überschrift „Allerletzter Streich von Max und Moritz“ über den Vergleich folgendes. Die Wolfenbütteler Beklagten hätten sich verpflichtet, bis zum Ablauf des Busch-Urheberrechts 1957 sämtliches Material nicht mehr herzustellen oder zu vertreiben. Die Werbeprospekte und die Münzen würden bis zum 31. Oktober 1952 aufgebraucht. Das Puppenspiel von Heinz Grunow dürfe bis zum Ablauf der Schutzfrist nur mit Genehmigung des Verlages aufgeführt werden. Die beiden „Verkehrsschilder“ am Lechlumer Holz, die mit den Busch-Figuren verziert seien, dürften stehen bleiben. Der Verkehrsverein habe an die Wilhelm-Busch-Gesellschaft in Hannover einen Betrag von 300 DM zu zahlen. Max und Moritz aber, so die Zeitung, bedankten sich beim „Verkehrsverein, der ihnen in den Tagen der Prozesse zu neuen comeback-Ehren verhalf“.

Mittwoch, 27. Februar 2019
Krach um Wilhelm Busch

Georg Ruppelt:
Aviso. Krach um Wilhelm Busch in Wolfenbüttel.
In: Wolfenbütteler Zeitung. Braunschweiger Zeitung. 27. Februar 2019.

Wer sich mit den Suchbegriffen „Wilhelm Busch“ und „Wolfenbüttel“ in das Archiv von „Spiegel-online“ begibt, stößt unter der Rubrik „Werbung“ und der Überschrift „Wilhelm Busch. Ging ihm wider die Natur“ auf den Bericht über einen kuriosen Rechtsstreit. Er wurde 1952 vor der 10. Kammer des Landgerichts Braunschweig an zwei Terminen zwischen dem Münchener Verlag Braun & Schneider und der Stadt Wolfenbüttel ausgetragen.
Den Anfang beschreibt der Spiegel als „achten Streich“ von Max und Moritz, der auf eine Idee der Wolfenbütteler Gastwirte zurückzuführen sei. Ihnen sei der Gedanke gekommen, den „lächelnden Weisen von Wiedensahl“ in die Wolfenbütteler Fremdenverkehrswerbung einzuschalten. Dr. Heinz Grunow (1913–1989), Jurist, ehrenamtlicher Verkehrsdirektor, 36 Jahre lang Geschäftsführer des Kulturbundes und Heimatschriftsteller gefiel diese Idee gut, und man setzte sie zum 120. Geburtstag des weltberühmten Dichters und Zeichners um.
Unter dem Motto „Werbe mit Wilhelm Busch!“ gestalteten Grunow und der Wolfenbütteler Graphiker Lothar Heinemann eine Anzahl von Werbemitteln. So entstanden zwei Ausführungen von 200.000 runden, farbigen Papiertellern. Auf dem einen ist die Witwe Bolte nachempfunden, die bei Busch mit einem leeren Teller in den Keller steigt, „Daß sie von dem Sauerkohle/Eine Portion sich hole,/Wofür sie besonders schwärmt,/Wenn er wieder aufgewärmt“.
In der Heinemann‘schen Ausführung hält die Witwe in der rechten Hand einen Teller mit einer Portion Spargel, in der linken eine Flasche Jägermeister. Umrahmt ist der Teller von dem Vers „Dieses ist die Witwe Bolte,/Die sich hier vom Schmerz erholte.“ Bei Busch heißt es: „Als die gute Witwe Bolte/Sich von ihrem Schmerz erholte.“
Der andere Teller hat mit Wilhelm Busch nichts zu tun. Um ein Bild, auf dem ein Junge einen anderen auf einer Sonnenblume sitzenden und lesenden Jungen mit einer Gießkanne beträufelt, liest man: „Die Heiterkeit zum Erdenleben/Kann dir nur Wolfenbüttel geben.“ Dabei sollte die Sonnenblume die Gärtnerstadt und das Buch die Bibliotheksstadt Wolfenbüttel symbolisieren. Diese Motive gab es auch als Münzen (10 000), Autoaufkleber (2000) und Werbeplakate (100).
Wie der „achte Streich“ weiterging, lesen Sie im nächsten Aviso.

Aviso. Krach um Wilhelm Busch in Wolfenbüttel. In: Wolfenbütteler Zeitung. Braunschweiger Zeitung. 27. Februar 2019.




Mittwoch, 20. Februar 2019
BIENEN


Imkerei
Pastor Georg Kleine, der ab 1841 die Erziehung seines damals neunjährigen Neffen übernahm, war passionierter Imker. Es ist also kein Wunder, dass sich auch Wilhelm Busch intensiv mit den Bienen beschäftigte. Bei einem längeren Aufenthalt bei seinem Onkel im Jahre 1853 fasste er sogar den Entschluss, als Bienenzüchter nach Brasilien (dem Dorado der Imkerei) auszuwandern. Zum Glück setzte er diesen Plan nie in die Tat um, sonst wären all die berühmten Bildergeschchten wie "Max und Moritz" und "Die fromme Helene" nie entstanden.

In seiner Autobiographie "Von mir über mich" schreibt Wilhelm Busch dazu:

Von Wiedensahl aus besucht' ich auf längere Zeit den Onkel in Lüethorst. Ein Liebhabertheater im benachbarten Städtchen zog mich in den angenehmen Kreis seiner Tätigkeit; aber ernsthafter fesselte mich das wundersame Leben des Bienenvolkes. Es hatte sich grad um einen Grundsatz der Wissenschaft, nämlich, daß nur aus einem befruchteten Ei ein lebendes Wesen entstehen könne, ein Streit erhoben. Ein schlichter katholischer Geistlicher wies nach, daß die Bienen eine Ausnahme machten. Mein Onkel als gewandter Schriftsteller und guter Beobachter ergriff seine Partei und beteiligte sich lebhaft an dem Kampfe. Der Wunsch und Plan, nach Brasilien auszuwandern, dem Dorado der Imker, hat sich nicht verwirklichen sollen. Die Annahme, daß ich überhaupt praktischer Bienenzüchter geworden, ist freundlicher Irrtum.

Jochen Schöpflin in:
http://www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/imkerei.html

Mittwoch, 23. Januar 2019
EINLADUNG ZUM GUT DOTIERTEN ZWEITEN COMIC-WETTBEWERB


Wilhelm Busch & Co
Halchtersche Str. 33
Ansprechpartner: Christine Gerlach
Der Wolfenbütteler Comicpreis
38304 Wolfenbüttel
Christine.Gerlach@der
-
schmidt.de
c/o DER SCHMIDT
kontakt@busch
-
comicpreis.de
Tel. 05331
-
88 41 03
Wilhelm Busch
& Co

Der
Wolfenbütteler
Comicpreis
c/o
DER SCHMIDT
• Halchtersche Str. 33 • 38304 Wolfenbüttel
P R E S S E M I T T E I L U N G
„Superhelden des Alltags“ für Klassen und
Einzelschüler
Wettbewerb für jugendliche Comiczeichner
Wolfenbüttel. Junge Comiczeichner sollten ihre Stifte spitzen und loszeichnen. Denn der
Comic
-
Preis „Wilhelm Busch & Co.“ lockt auch in diesem Jahr wieder mit tollen Preisen. Das
umzusetzende Thema de
s Wettbewerbs ist „Superhelden des Alltags“. Die Hauptfigur der
Geschichte kann etwa ein Familienmitglied, ein Lehrer oder ein Freund sein. Der Fantasie
sind beim Zeichnen natürlich keine Grenzen gesetzt. Der Umfang der Geschichte ist nicht
vorgeschrieben.
Comics können kurz oder umfangreicher, schwarzweiß oder farbig, lustig
oder nachdenklich gestaltet sein. Auch digital bewegte Comics, also Filme, zum Thema
Superhelden des Alltags können eingereicht werden.
Mitmachen können Schüler ab der 8. Klasse bis z
um Alter von 20 Jahren. Einzeln oder auch
als ganze Schulklasse. Also sind auch Lehrer gefragt, ihre Schüler zu motivieren. Der
Wettbewerb ist bundesweit ausgeschrieben.
Prämiert werden die drei besten Einsendungen mit je 500, 300 und 200 Euro. Der beste
bewegte Comic erhält einen Sonderpreis von 500 Euro. Unter allen teilnehmenden Klassen
werden außerdem drei Klassenfahrten nach Hannover mit Besichtigung des Museums
Wilhelm Busch, dem Deutschen Museum für Karikatur und Zeichenkunst, und einem
Empfang durc
h den Vizepräsidenten des Landtages mit anschließender Führung vergeben.
Die Sieger
-
Klassen erhalten zudem je 500 Euro für die Klassenkasse.
In der Jury sitzen Steffen Maschke von der Agentur Kreativburschen, Landtagsvizepräsident
Frank Oesterhelweg, der
Autor und Herausgeber Dr. Georg Ruppelt, Walburga Schmidt und
Wilhelm Schmidt vom Reisebüro Schmidt sowie der Comiczeichner und YouTuber Tobi
Wagner.
Die eingereichten Comics werden vom 26. April bis zum 20. Mai 2019 in einer Ausstellung zu
sehen sein. Am
26. April findet in Wolfenbüttel die offizielle Preisverleihung statt.
Einsendeschluss ist der 15. Februar 2019.
Teilnehmer senden ihre Werke an Wilhelm Busch & Co., DER
SCHMIDT
, Halchtersche Straße
33, 38304 Wolfenbüttel oder per E
-
Mail an
kontakt@busch
-
comicpreis.de
.
Wilhelm Busch & Co
Halchtersche Str. 33
Ansprechpartner: Christine Gerlach
Der Wolfenbütteler Comicpreis
38304 Wolfenbüttel
Christine.Gerlach@der
-
schmidt.de
c/o DER SCHMIDT
kontakt@busch
-
comicpreis.de
Tel. 05331
-
88 41 03
Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.busch
-
comicpreis.de.
Benannt ist der Preis übrigens nach Wilhelm Busch, einem der ersten Comiczeichner, der
unter anderem Max un
d Moritz erfand. Busch verbrachte viele Jahre seinen Urlaub in
Wolfenbüttel.
Bildunterschrift:
Die Jury um Autor Dr. Georg Ruppelt, Comiczeichner Tobi Wagner und
Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg (von links) erwarten viele spannende
Alltagsheld
en
-
Comics.
Foto: Walburga Schmidt

Mittwoch, 9. Januar 2019
Das traurige Röslein

Das traurige Röslein

Ein Röslein war gar nicht munter,
weil es im Topfe stand,
Sah immer traurig hinunter
Auf die Blumen im freien Land.
Die Blumen nicken und winken.
Wie ist es im Freien so schön,
Zu tanzen und Tau zu trinken
Bei lustigem Windeswehn.
Von bunten Schmetterlingen
Umgaukelt, geschmeichelt, geküsst;
Dazwischen der Vöglein Singen
Anmutig zu hören ist.
Wir preisen dich und loben
Dich, fröhliche Sommerzeit;
Ach, Röslein am Fenster droben,
Du tust uns auch gar zu leid.
Da ist ins Land gekommen
Der Winter mit seiner Not.
In Schnee und Frost verklommen,
Die Blumen sind alle tot.
Ein Mägdlein hört es stürmen,
Macht fest das Fenster zu.
Jetzt will ich dich pflegen und schirmen,
Du liebes Röslein du.

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