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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Freitag, 5. Januar 2018
Kritik des Herzens

Du warst noch so ein kleines Mädchen
Von acht, neun Jahren ungefähr,
Da fragtest du mich vertraut und wichtig:
"Wo kommen die kleinen Kinder her?"

Als ich nach Jahren dich besuchte,
Da warst du schon über den Fall belehrt,
Du hattest die alte vertrauliche Frage
Hübsch praktisch gelöst und aufgeklärt.

Und wieder ist die Zeit vergangen.
Hohl ist der Zahn und ernst der Sinn.
Nun kommt die zweite und wichtige Frage:
"Wo gehen die alten Leute hin?"

Madame, ich habe mal vernommen,
Ich weiß nicht mehr so recht, von wem:
Die praktische Lösung dieser Frage
Sei eigentlich recht unbequem.

Dienstag, 26. Dezember 2017
MUTTER

O du, die mir die Liebste war,
Du schläfst nun schon so manches Jahr.
So manches Jahr, da ich allein,
Du gutes Herz, gedenk' ich dein.
Gedenk' ich dein, von Nacht umhüllt,
So tritt zu mir dein treues Bild.
Dein treues Bild, was ich auch tu',
Es winkt mir ab, es winkt mir zu.
Und scheint mein Wort dir gar zu kühn,
Nicht gut mein Tun,
Du hast mir einst so oft verziehn,
Verzeih auch nun.

Dienstag, 19. Dezember 2017
Enthaltsamkeit

"Mein lieber Sohn, du tust mir leid,
Dir mangelt die Enthaltsamkeit.
Enthaltsamkeit ist das Vergnügen
An Sachen, welche wir nicht kriegen.
Drum lebe mäßig, denke klug.
Wer nichts gebraucht, der hat genug!"

So spricht der Weise, grau von Haar,
Ernst, würdig, sachgemäß und klar,
Wie sich's gebührt in solchen Dingen;
Läßt sich ein Dutzend Austern bringen,
Isst sie, entleert die zweite Flasche,
Hebt seine Dose aus der Tasche,
Nimmt eine Prise, macht hapschie!
Schmückt sich mit Hut und Paraplü,
Bewegt sich mit Bedacht nach Haus
Und ruht von seinem Denken aus.

Montag, 11. Dezember 2017
Comicworkshop in Schladen, Landkreis Wolfenbüttel

Wilhelm Busch & Co – Der Wolfenbütteler Comicpreis
c/o DER SCHMIDT • Halchtersche Str. 33 • 38304 Wolfenbüttel

PRESSEMITTEILUNG
Der Mosaik-Verlag, Berlin, veranstaltet einen Comicworkshop in der Werla Schule, Franz-Kaufmann-Straße 33, 38315 Schladen, am 12. Dezember 2017, ab 10:00 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Ausschreibung des Ersten Wolfenbütteler Comicpreises hat viele junge Menschen auf die Spuren des großen niedersächsischen Zeichners und Dichters Wilhelm Busch gelockt. Unter dem vorgegebenen Motto „Max und Moritz heute. Streiche von Jugendlichen in unserer Gegenwart – als Comic gezeichnet und erzählt“ haben sich Schulklassen, Gruppen und Einzelne mit dem Thema beschäftigt und eine Fülle origineller Ideen in Bilder und Texte umgesetzt. Geplant und durchgeführt wurde das Projekt durch den Initiativkreis „Wilhelm Busch & Co.“, dem Steffen Maschke (agentur kreativburschen), Frank Oesterhelweg MdL, Dr. Georg Ruppelt und Wilhelm Schmidt (Der Schmidt. Urlaub mit Herz) angehören. Für die Jury war es ein großes Vergnügen, die eingegangenen Comics zu sichten, von denen einige in Inhalt und Ausführung exzellent sind.
Die Preisübergabe fand am 3. November 2017 im Schmidt-Terminal, Wolfenbüttel, statt. Unter den Preisträgern befand sich auch die (ehemalige) Klasse 8.1 der Werla Schule.
Gemäß der Lebensweisheit von Wilhelm Busch „Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt“, hat sich der „Mosaik. Steinchen für Steinchen Verlag“ aus Berlin als Förderer des Preisausschreibens bereit erklärt, einen Comicworkshop zu veranstalten:
Ein Ausflug in die Welt des Comics MOSAIK
Am 12. Dezember werden Jörg Reuter und Robert Löffler vom MOSAIK-Team in der Werla Schule in Schladen zu Gast sein. Die Mitarbeiter des auflagenstärksten und ältesten in Deutschland produzierten Comic-Magazins wollen die Schüler der Jahrgangsstufe 8 in die Geheimnisse des Comic-Zeichnens einweihen.
Dazu gibt es als Erstes einen Blick hinter die Kulissen des MOSAIK: Wer sind eigentlich diese drei zeitreisenden Abrafaxe, die die unglaublichsten Abenteuer in fremden Ländern und fernen Zeiten erleben? Und wie arbeiten ihre „Chronisten“, die Monat für Monat im MOSAIK ihre Erlebnisse aufzeichnen?
Danach geht es rasant weiter mit praktischen Anleitungen für die Schüler, bei denen die Grundlagen von Mimik und Gestik der Comicfiguren selbst ausprobiert und anschließend in einem eigenständigen Entwurf eines Titelbilds umgesetzt werden. Vielleicht unter dem Motto: Abenteuer in Wolfenbüttel? Denn schließlich ist es der erste Besuch der Weltreisenden Abrax, Brabax und Califax in der Sommerresidenz des von ihnen und ihren Machern hochverehrten Wilhelm Busch …
Presse- und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, den Workshop zu begleiten.
Mit freundlichen Grüßen
für den Initiativkreis „Wilhelm Busch & Co.“

Wilhelm Schmidt

Dienstag, 5. Dezember 2017
Das Brot

Er saß beim Frühstück äußerst grämlich,
Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich:
"Aha, so ist es mit dem Orden
Für diesmal wieder nichts geworden.
Ja, Freund, wer seinen Blick erweitert
Und schaut nach hinten und nach vorn,
Der preist den Kummer, der ihn läutert.
Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im lauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
Macht′ ich mich mutig strebend los.
Gleich kam ein alter Has gehupft
Und hat mich an der Nas gezupft,
Und als es Winter ward, verfror,
Was peinlich ist, mein linkes Ohr,
Und als ich reif mit meiner Sippe,
O weh, da hat mit seiner Hippe
Der Hans uns rundweg abgesäbelt
Und zum Ersticken festgeknebelt
Und auf die Tenne fortgeschafft,
Wo ihrer vier mit voller Kraft
Im regelrechten Flegeltakte
Uns klopften, dass die Scharte knackte!
Ein Esel trug uns in die Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
Wenn man, zerrieben und gedrillt
Zum allerfeinsten Staubgebild′,
Sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
Nachdem wir erst als zäher Kleister
In seinem Troge bass gehudelt,
Vermengt, geknebelt und vernudelt,
Uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
Greif zu und schneide nicht zu knapp
Und streiche tüchtig Butter drüber
Und gib den andern auch was ab!

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