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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Sonntag, 29. Oktober 2017
Kritik des Herzens

Es flog einmal ein muntres Fliegel
Zu einem vollen Honigtiegel.
Da tunkt es mit Zufriedenheit
Den Rüssel in die Süßigkeit.
Nachdem es dann genug geschleckt,
Hat es die Flüglein ausgestreckt
Und möchte sich nach oben schwingen.
Allein das Bein im Honigseim
Sitzt fest als wie in Vogelleim.
Nun fängt das Fliegel an zu singen:
Ach, lieber Himmel, mach mich frei
Aus dieser süßen Sklaverei!

Ein Freund von mir, der dieses sah,
Der seufzte tief und rief: Ja, ja!

Samstag, 21. Oktober 2017
Lebensfahrt

Lange warst du im Gedrängel
Aller Dinge tief versteckt,
Bis als einen kleinen Bengel
Unser Auge dich entdeckt.

Schreiend hast du Platz genommen,
Zum Genuss sofort bereit,
Und wir hießen dich willkommen,
Pflegten dich mit Zärtlichkeit.

Aber eh' du recht empfunden,
Was daheim für Freuden blühn,
Hast dein Bündel du gebunden,
Um in fremdes Land zu ziehn.

Leichte lustige Gesellen
Finden sich an jedem Ort.
Weiber schelten, Hunde bellen,
Lachend zogst du weiter fort.

Sahst die Welt an beiden Enden,
Hast genippt und hast genascht.
Endlich fest mit Klammerhänden
Hat die Liebe dich erhascht.

Und du zogst den Kinderwagen.
Und du trugst, was dir bestimmt,
Seelenlast und Leibesplagen,
Bis der Rücken sich gekrümmt.

Nur Geduld. Es steht ein Flieder
An der Kirche, grau und alt.
Dort für deine müden Glieder
Ist ein kühler Aufenthalt.

Donnerstag, 19. Oktober 2017
Wolfenbütteler Busch-Preis-Verleihung am 3. November 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

die Ausschreibung des Wolfenbütteler Comicpreises Wilhelm Busch & Co. hat viele junge Menschen auf die Spuren des großen niedersächsischen Zeichners und Dichters gelockt. Unter dem vorgegebenen Motto „Max und Moritz heute. Streiche von Jugendlichen in unserer Gegenwart – als Comic gezeichnet und erzählt“ haben sich Schulklassen, Gruppen und Einzelne mit dem Thema beschäftigt und eine Fülle origineller Ideen in Bilder und Texte umgesetzt.
Prämiert werden die drei besten Einsendungen mit je 1000, 300 und 200 Euro. Unter allen teilnehmenden Klassen werden drei Klassenfahrten nach Hannover mit Besichtigung des Landtages und Empfang durch den Landtagspräsidenten sowie einem Besuch des Museums Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst vergeben. Die Klassen erhalten zusätzlich je 500 € für die Klassenkasse.
Zur Preisübergabe und zur Ausstellung der eingesandten Comics laden wir Sie/Euch
zum Freitag, den 3. November 2017, 17:00 Uhr,
herzlich in das Schmidt-Terminal, Halchtersche Straße 33, in Wolfenbüttel ein.
Wir bitten um Anmeldung, möglichst per Mail unter der Adresse:
sharon.blanke@der-schmidt.de
Für die Initiative Wilhelm Busch & Co.
mit herzlichem Gruß
Ihr/Dein Georg Ruppelt
Mobil: 0049 170 81 90 444
www.georgruppelt.de





Donnerstag, 5. Oktober 2017
Alte Käuze

Der holde Mond erhebt sich leise.
Der alte Kauz denkt nur an Mäuse.

Donnerstag, 28. September 2017
Bienen und Philosophisches

Wiedensahl, 7. Juli 75.
Die "Urzeugung" paßt recht gemüthlich zu meinem Glauben. Aber wo sind denn die Beweise, meine liebe Frau Anderson?
Diese sogenannten Wahrheiten habe ich doch ein wenig im Verdacht der Unbeständigkeit.
Bis in die fünfziger Jahre galt als bombenfest der Satz: Nur das befruchtete Ei ist entwicklungsfähig.
Hören Sie nun mal etwas über Bienen!

Im Bienenstaate ist die Königin das einzige Weibchen; sie begattet sich ihr lebelang nur ein einziges Mal. Sie empfängt das Sperma in einem kleinen Samenbläschen, welches in den Legekanal mündet, um, wenn ein Ei vorbei passirt, an dieses die nöthigen Samenthierchen abzugeben, die dann bekanntlich durch eine kleine Öffnung in dasselbe eindringen. Die Königin legt nun ihre Eier in Drohnenzellen und Bienenzellen. In den ersteren entwickeln sich Drohnen, d.h. Männchen, in den andern Arbeitsbienen, d.h. unvollkommene Weibchen. Nun hat man folgendes beobachtet:
1) Zuweilen legt eine Königin nur Drohneneier. Untersucht man dann ihr Samenbläschen, so ist es leer.
2) Eine italienische JungfrauKönigin, mit deutschen Drohnen gepaart, vererbt ihre Abzeichen ganz rein nur auf die männlichen Nachkommen. Die Drohnen sind echt, die Weibchen sind Mischlinge.
3) Man drückte befruchtete Königinnen mit einer kleinen Zange an der Stelle ihres Leibes, wo das Samenbläschen liegt. Von der Zeit an legten sie nur Drohneneier.
4) Man untersuchte Bieneneier und Drohneneier mit dem Mikroskop. In keinem einzigen Drohnenei fanden sich Samentierchen.
Was folgt hieraus?
Antwort: Hier findet Parthenogenesis statt.
Ich hoffe, Sie werden daraus auch ohne mich eine hübsche Nutzanwendung machen in Bezug auf die Würde der Frauen im allgemeinen und die unbefleckte Empfängniß in's besondere.
Aber Scherz beiseit! Was ich meine, ist dies:
Alle solche Thesen sind Hypothesen. - Wir dürfen bescheiden sein. - Wer die nackte Wahrheit will, der mahle a2 + 2.a.b + b2 auf der Wind- und Klappermühle, deren Wichtigkeit ich sonst nicht verkenne. --Wir aber, wir reden den hübschen "blühenden" Unsinn. Wir sagen: Die Sonne geht unter; der Mond geht auf. - Hier ist der See. Der entschlummerte Tag haucht leise darüber hin. Die Wellen zittern und blinken. Sanft schaukelt der Kahn. Die Laute klingt. Aber tief unten im Grund liegt der Hort und Schatz der Wahrheit.

Ihr Wilh. Busch

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