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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Montag, 11. Dezember 2017
Comicworkshop in Schladen, Landkreis Wolfenbüttel

Wilhelm Busch & Co – Der Wolfenbütteler Comicpreis
c/o DER SCHMIDT • Halchtersche Str. 33 • 38304 Wolfenbüttel

PRESSEMITTEILUNG
Der Mosaik-Verlag, Berlin, veranstaltet einen Comicworkshop in der Werla Schule, Franz-Kaufmann-Straße 33, 38315 Schladen, am 12. Dezember 2017, ab 10:00 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Ausschreibung des Ersten Wolfenbütteler Comicpreises hat viele junge Menschen auf die Spuren des großen niedersächsischen Zeichners und Dichters Wilhelm Busch gelockt. Unter dem vorgegebenen Motto „Max und Moritz heute. Streiche von Jugendlichen in unserer Gegenwart – als Comic gezeichnet und erzählt“ haben sich Schulklassen, Gruppen und Einzelne mit dem Thema beschäftigt und eine Fülle origineller Ideen in Bilder und Texte umgesetzt. Geplant und durchgeführt wurde das Projekt durch den Initiativkreis „Wilhelm Busch & Co.“, dem Steffen Maschke (agentur kreativburschen), Frank Oesterhelweg MdL, Dr. Georg Ruppelt und Wilhelm Schmidt (Der Schmidt. Urlaub mit Herz) angehören. Für die Jury war es ein großes Vergnügen, die eingegangenen Comics zu sichten, von denen einige in Inhalt und Ausführung exzellent sind.
Die Preisübergabe fand am 3. November 2017 im Schmidt-Terminal, Wolfenbüttel, statt. Unter den Preisträgern befand sich auch die (ehemalige) Klasse 8.1 der Werla Schule.
Gemäß der Lebensweisheit von Wilhelm Busch „Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt“, hat sich der „Mosaik. Steinchen für Steinchen Verlag“ aus Berlin als Förderer des Preisausschreibens bereit erklärt, einen Comicworkshop zu veranstalten:
Ein Ausflug in die Welt des Comics MOSAIK
Am 12. Dezember werden Jörg Reuter und Robert Löffler vom MOSAIK-Team in der Werla Schule in Schladen zu Gast sein. Die Mitarbeiter des auflagenstärksten und ältesten in Deutschland produzierten Comic-Magazins wollen die Schüler der Jahrgangsstufe 8 in die Geheimnisse des Comic-Zeichnens einweihen.
Dazu gibt es als Erstes einen Blick hinter die Kulissen des MOSAIK: Wer sind eigentlich diese drei zeitreisenden Abrafaxe, die die unglaublichsten Abenteuer in fremden Ländern und fernen Zeiten erleben? Und wie arbeiten ihre „Chronisten“, die Monat für Monat im MOSAIK ihre Erlebnisse aufzeichnen?
Danach geht es rasant weiter mit praktischen Anleitungen für die Schüler, bei denen die Grundlagen von Mimik und Gestik der Comicfiguren selbst ausprobiert und anschließend in einem eigenständigen Entwurf eines Titelbilds umgesetzt werden. Vielleicht unter dem Motto: Abenteuer in Wolfenbüttel? Denn schließlich ist es der erste Besuch der Weltreisenden Abrax, Brabax und Califax in der Sommerresidenz des von ihnen und ihren Machern hochverehrten Wilhelm Busch …
Presse- und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, den Workshop zu begleiten.
Mit freundlichen Grüßen
für den Initiativkreis „Wilhelm Busch & Co.“

Wilhelm Schmidt

Dienstag, 5. Dezember 2017
Das Brot

Er saß beim Frühstück äußerst grämlich,
Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich:
"Aha, so ist es mit dem Orden
Für diesmal wieder nichts geworden.
Ja, Freund, wer seinen Blick erweitert
Und schaut nach hinten und nach vorn,
Der preist den Kummer, der ihn läutert.
Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
lag ich im lauen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
Macht′ ich mich mutig strebend los.
Gleich kam ein alter Has gehupft
Und hat mich an der Nas gezupft,
Und als es Winter ward, verfror,
Was peinlich ist, mein linkes Ohr,
Und als ich reif mit meiner Sippe,
O weh, da hat mit seiner Hippe
Der Hans uns rundweg abgesäbelt
Und zum Ersticken festgeknebelt
Und auf die Tenne fortgeschafft,
Wo ihrer vier mit voller Kraft
Im regelrechten Flegeltakte
Uns klopften, dass die Scharte knackte!
Ein Esel trug uns in die Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
Wenn man, zerrieben und gedrillt
Zum allerfeinsten Staubgebild′,
Sich kaum besinnt und fast vergisst,
ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
Nachdem wir erst als zäher Kleister
In seinem Troge bass gehudelt,
Vermengt, geknebelt und vernudelt,
Uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
Greif zu und schneide nicht zu knapp
Und streiche tüchtig Butter drüber
Und gib den andern auch was ab!

Sonntag, 26. November 2017
Gedrungen

Schnell wachsende Keime
Welken geschwinde;
Zu lange Bäume
Brechen im Winde.

Schätz nach der Länge
Nicht das Entsprungne!
Fest im Gedränge
Steht das Gedrungne.

Mittwoch, 15. November 2017
Auf Wiedersehn

Ich schnürte meinen Ranzen
Und kam zu einer Stadt,
Allwo es mir im Ganzen
Recht gut gefallen hat.
Nur eines macht beklommen,
So freundlich sonst der Ort:
Wer heute angekommen,
Geht morgen wieder fort.

Bekränzt mit Trauerweiden,
Vorüber zieht der Fluss,
Den jeder beim Verscheiden
Zuletzt passieren muss.

Wohl dem, der ohne Grauen,
In Liebe treu bewährt,
Zu jenen dunklen Auen
Getrost hinüberfährt.

Zwei Blinde, müd vom Wandern,
Sah ich am Ufer stehn,
Der eine sprach zum andern:
"Leb wohl, auf Wiedersehn".

Mittwoch, 8. November 2017
Busch & Co Preisverleihung am 3. November 2017

Wilhelm Busch & Co. – Der 1. Wolfenbütteler Comicpreis 2017

Preisverleihung und Eröffnung der Ausstellung
am Freitag, den 3. November 2017, 17:00 Uhr, im SchmidtTerminal
Begrüßung
Wilhelm Schmidt

Liebe ältere wie junge Freundinnen und Freunde von
Wilhelm Busch,
es ist mir eine große Freude, Sie und Euch heute im SchmidtTerminal zu einem Ereignis begrüßen zu können, das bisher noch nie stattgefunden hat. Wir wollen heute das erste Mal den Wolfenbütteler Comicpreis Wilhelm Busch & Co. an junge Künstler aus unserer Region verleihen. Wie kam es dazu?
Im Sommer letzten Jahres kamen der Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg und Dr. Georg Ruppelt zu mir und fragten mich, ob wir ihre Idee unterstützen würden, einen Comicpreis zu gründen, und zwar im Namen von Wilhelm Busch, der ja oft in Wolfenbüttel war.
Ich selbst bin ein Busch-Fan und zwar aus zwei Gründen:
Einmal sowieso, zum anderen, weil Wilhelm Busch gern und oft gereist ist. Ihm wird auch das Gedicht eines unbekannten Verseschmiedes zugeschrieben, von dem allerdings nur die ersten zwei Zeilen sicher von Wilhelm Busch sind. Jedenfalls ist es voller Weisheit und passt gut zu einem Unternehmen wie dem unsrigen:
„Eins, zwei, drei im Sauseschritt
läuft die Zeit, wir laufen mit.
[…]
Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist’s! Reise, reise!“

Unser Unternehmen erklärte sich also gern bereit, Personal und Räumlichkeiten für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Als Vierten im Bunde gelang es, noch Steffen Maschke zu gewinnen, den Geschäftsführer der Wolfenbütteler Agentur „Kreativburschen“, dem wir die vielen schönen Drucksachen verdanken. Und so begann die (ehrenamtliche) Arbeit für den Wolfenbütteler Comicpreis – die freilich weit umfangreicher wurde als gedacht.
Wenn man sich dann aber die von den jungen Leuten eingereichten Comics anschaut und sie liest, darf man mit Recht sagen: Alle Mühe hat sich gelohnt!
Ganz ohne Unterstützung kann aber ein Projekt wie der Wolfenbütteler Comicpreis nicht zustande kommen.


Die Initiatoren des Comicpreises danken daher ganz herzlich folgenden Förderern:
- Agentur Kreativburschen
- Bankhaus C. L. Seeliger
- Curt Mast Jägermeister Stiftung
- Der Schmidt. Urlaub mit Herz
- Galerie Jaeschke, Braunschweig
- Roco-Druck
- Wolfenbütteler Schaufenster.

Zwei Mitarbeiterinnen unseres Hauses möchte ich noch für ihren Einsatz bei der Organisation des Preises und für die Gestaltung der Ausstellung danken, nämlich Sharon Blanke und meiner Schwester Walburga Schmidt.

Dem „Mosaik. Steinchen für Steinchen Verlag“ aus Berlin danken wir dafür, dass er im kommenden Dezember in der Werla-Schule in Schladen einen ganztägigen Workshop zum Thema „Wie entsteht ein Comic?“ durchführen wird.

Nach einer kurzen Einführung von Dr. Ruppelt geht es hier dann weiter mit der Vorstellung der Preisträger und ihrer Werke und zur Preisübergabe.
Denn wie sagt Wilhelm Busch doch so schön:

„Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.“
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Wilhelm Busch & Co. – Der Wolfenbütteler Comicpreis
Preisverleihung am 3. November 2017 im SchmidtTerminal

Warum ein Wolfenbütteler Busch-Preis?
Kurzvortrag

Dr. Georg Ruppelt

Wilhelm Busch ist der weltweit bekannteste niedersächsische Dichter. Max und Moritz wurde in über 320 Sprachen übersetzt, und er gilt als einer der Erfinder des Comics. Busch’ geniale Kombination von Wort und Bild greift den neuen medialen Techniken des 20. Jahrhunderts vor bzw. beflügelt sie: die bewegten Bilder des Films wie die neue Kunstform des Comics.
Nach wie vor wird Busch von allen Alters- und Sozialschichten gelesen und betrach-tet. Wilhelm Busch, geboren am 15. April 1832 in Wiedensahl (bei Stadthagen), gestorben am 9. Januar 1908 in Mechtshausen, heute Stadtteil von Seesen am Harz, ist als Dichter und Zeichner in der ganzen Welt medial präsent. Seiner wird in dem bedeutenden Museum „Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ in Hannover gedacht sowie in Gedenk- und Ausstellungsstätten in Wiedensahl, Ebergötzen, Lütthorst, Mechtshausen und in Hattorf am Harz. In Wolfenbüttel haben wir eine Schule, eine Apotheke, eine Straße und eine Stadtführung, die seinen Namen trägt. Im Schloss-Museum werden Zeichnungen, Brief und Malereien von ihm aufbewahrt und vor dem Schloss steht seit einigen Monaten ein Denkmal von ihm.
Das alles ist bekannt; kaum bekannt hingegen ist, dass Busch sich oft in Wolfenbüttel aufgehalten hat. Fast drei Jahrzehnte lang besuchte er seinen Bruder Gustav, Gastwirt und Inhaber einer Konservenfabrik, zur „Sommerfrische“. In einem für ihn errichteten Gartenhaus-Atelier malte und zeichnete er. Bis zum Tode des hiesigen Bruders feierten die Busch-Brüder auch das Neujahrsfest gemeinsam in Wolfenbüttel.
Hier ein Zitat aus einem schönen Gedicht über Wolfenbüttel im Frühling, das an viele seiner Zeichnungen erinnert, die er hier gefertigt hat.

„Doch weiter fuhr ich, immer weiter;
Die Sonne ging auf, der Himmel ward heiter;
Und als ich im alten Wolfenbüttel
Beiseit gestellt den Wanderknittel
Und mir so alles rings besah -
Schau, schau! Da war auch der Frühling da. -

Drei Katzen saßen im Sonnenschein
Und blinzelten so in den Tag hinein,
Zwei Füllen sprangen kreuz und quer,
Hopphopp, auf dem weiten Hofe umher.
Die Hähne krähten kikeriki!
Es gackert und schnattert das Federvieh,
Enten und Hühner, weiß, rot und bunt.
Und vor der Tür stand Hektor, der Hund,

Und war vergnügt und boll und boll,
Daß es von allen Seiten scholl. -[…]

Dann währt‘s nicht lang, so tät mir winken
Die Frühstückszeit mit Wurst und Schinken.
Zu Mittag gab es Spargelsprossen,
Welche bei Nacht hervorgeschossen.
Aber beim Abendsonnenschein
Trug man den guten Wein herein.“

Diesen genialen niedersächsischen Künstler Wilhelm Busch gilt es, für Wolfenbüttel neu zu entdecken! Und zwar im Bereich der Kunstform, die trotz ihrer weltweiten Anerkennung und ihrer Riesenerfolge von vielen noch verachtet wird, den Comics. Mit dieser gar nicht mehr so neuen Kunstform kann man die Jugend direkt erreichen – was mit unserer heutigen Veranstaltung zu beweisen war.
Um Wilhelm Busch wieder enger mit Wolfenbüttel in Verbindung zu bringen und ihn an die Jugend heranzuführen, wurde der Wolfenbütteler Comicpreis Wilhelm Busch & Co. gestiftet. Schulklassen aller Schulformen ab der 8. Klasse und einzelne Jugendliche bis zum Alter von 20 Jahren konnten sich an dem Preisausschreiben beteiligen. Gesucht wurden Comics zum Thema: Max und Moritz heute. Streiche von Mädchen und Jungen in unserer Gegenwart – als Comic gezeichnet und erzählt.

Und heute ist der große Tag, an dem die Preisträger vorgestellt werden!

Prämiert werden die von einer Jury ausgesuchten drei besten Einsendungen einzelner Schülerinnen und Schüler mit je 1000, 300 und 200 Euro.

Es konnten auch Schulklassen im Team eine oder mehrere Geschichten erstellen und einsenden. Für die besten Klasseneinsendungen werden drei Klassenfahrten nach Hannover mit Besichtigung des Landtages und des Museums Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst vergeben. Die Gewinnerklassen erhalten überdies je 500 € für die Klassenkasse.

Nun sind wir alle gespannt auf die Werke der jungen Künstler.







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