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Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Donnerstag, 5. Oktober 2017
Alte Käuze

Der holde Mond erhebt sich leise.
Der alte Kauz denkt nur an Mäuse.

Donnerstag, 28. September 2017
Bienen und Philosophisches

Wiedensahl, 7. Juli 75.
Die "Urzeugung" paßt recht gemüthlich zu meinem Glauben. Aber wo sind denn die Beweise, meine liebe Frau Anderson?
Diese sogenannten Wahrheiten habe ich doch ein wenig im Verdacht der Unbeständigkeit.
Bis in die fünfziger Jahre galt als bombenfest der Satz: Nur das befruchtete Ei ist entwicklungsfähig.
Hören Sie nun mal etwas über Bienen!

Im Bienenstaate ist die Königin das einzige Weibchen; sie begattet sich ihr lebelang nur ein einziges Mal. Sie empfängt das Sperma in einem kleinen Samenbläschen, welches in den Legekanal mündet, um, wenn ein Ei vorbei passirt, an dieses die nöthigen Samenthierchen abzugeben, die dann bekanntlich durch eine kleine Öffnung in dasselbe eindringen. Die Königin legt nun ihre Eier in Drohnenzellen und Bienenzellen. In den ersteren entwickeln sich Drohnen, d.h. Männchen, in den andern Arbeitsbienen, d.h. unvollkommene Weibchen. Nun hat man folgendes beobachtet:
1) Zuweilen legt eine Königin nur Drohneneier. Untersucht man dann ihr Samenbläschen, so ist es leer.
2) Eine italienische JungfrauKönigin, mit deutschen Drohnen gepaart, vererbt ihre Abzeichen ganz rein nur auf die männlichen Nachkommen. Die Drohnen sind echt, die Weibchen sind Mischlinge.
3) Man drückte befruchtete Königinnen mit einer kleinen Zange an der Stelle ihres Leibes, wo das Samenbläschen liegt. Von der Zeit an legten sie nur Drohneneier.
4) Man untersuchte Bieneneier und Drohneneier mit dem Mikroskop. In keinem einzigen Drohnenei fanden sich Samentierchen.
Was folgt hieraus?
Antwort: Hier findet Parthenogenesis statt.
Ich hoffe, Sie werden daraus auch ohne mich eine hübsche Nutzanwendung machen in Bezug auf die Würde der Frauen im allgemeinen und die unbefleckte Empfängniß in's besondere.
Aber Scherz beiseit! Was ich meine, ist dies:
Alle solche Thesen sind Hypothesen. - Wir dürfen bescheiden sein. - Wer die nackte Wahrheit will, der mahle a2 + 2.a.b + b2 auf der Wind- und Klappermühle, deren Wichtigkeit ich sonst nicht verkenne. --Wir aber, wir reden den hübschen "blühenden" Unsinn. Wir sagen: Die Sonne geht unter; der Mond geht auf. - Hier ist der See. Der entschlummerte Tag haucht leise darüber hin. Die Wellen zittern und blinken. Sanft schaukelt der Kahn. Die Laute klingt. Aber tief unten im Grund liegt der Hort und Schatz der Wahrheit.

Ihr Wilh. Busch

Montag, 18. September 2017
FREUNDE

Es ist halt schön,
Wenn wir die Freunde kommen sehn. -
Schön ist es ferner, wenn sie bleiben
Und sich mit uns die Zeit vertreiben. -
Doch wenn sie schließlich wieder gehn,
Ist's auch recht schön. -

Dienstag, 12. September 2017
Ist Humor nicht immer Galgenhumor?

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frisst,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

Donnerstag, 31. August 2017
Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Die ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewusst bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

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