Startseite | Datenschutz | Impressum

Busch-Blog

Von und über Wilhelm Busch

Dieser Blog ist dem niedersächsischen Dichter, Künstler, Erfinder der Graphic Novel und Weltweisen Wilhelm Busch gewidmet. Im Laufe der Zeit werde ich an dieser Stelle Texte aus verschiedenen seiner Werke, aber auch eigene Überlegungen zu Busch veröffentlichen.

Sonntag, 23. April 2017
Fürsorge

Was ist die alte Mamsell Schmöle
Für eine liebe treue Seele!

Sie spricht zu ihrer Dienerin:
"Ach, Rieke, geh Sie da nicht hin!
Was will Sie da im Goldnen Löben
Heut abend auf und nieder schweben?
Denn wedelt nicht bei Spiel und Tanz
Der Teufel fröhlich mit dem Schwanz?
Und überhaupt, was ist es nütz?
Sie quält sich ab. Sie kommt in Schwitz,
Sie geht hinaus, erkältet sich
Und hustet dann ganz fürchterlich.
Drum bleibe Sie bei mir nur lieber!
Und, Rieke, geh Sie mal hinüber
Und hole Sie von Kaufmann Fräse
Ein Viertel guten Schweizer Käse,
Und sei Sie aber jajaja
Gleich zur Minute wieder da!"

So ist die gute Mamsell Schmöle
Besorgt für Riekens Heil der Seele.
Ja später noch, in stiller Nacht,
Ist sie auf diesen Zweck bedacht
Und schleicht an Riekens Kammertür
Und schaut, ob auch die Rieke hier
Und ob sie auch in Frieden ruht
Und daß ihr ja nicht wer was tut,
Was sich nun einmal nicht gehört,
Was gottlos und beneidenswert.

Mittwoch, 5. April 2017
Spatz und Schwalben



Es grünte allenthalben.
Der Frühling wurde wach.
Bald flogen auch die Schwalben
Hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich
Und bauten außerdem
Am Giebel rund und niedlich
Ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche
Sich redlich abgequält,
Hat nur am Eingangsloche
Ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,
Die Wohnung in Besitz.
Jetzt hängt ein Strohgeklüngel
Hervor aus ihrem Schlitz.

Nicht schön ist dies Gebahren
Und wenig ehrenwert
Von einem, der seit Jahren
Mit Menschen viel verkehrt.

Mittwoch, 29. März 2017
Dankgedicht an Letty Keßler

Im Wald von Niedersachsen
Ein alter Heuschreck saß,
Der aß, was da gewachsen,
Bloß Laub und grünes Gras.

Zum Glück kennt er ein Grillchen,
Wohlwollend von Gemüt,
Das fern von ihm ganz stillchen
Die schönsten Spargel zieht.

Zwei Sorten, sehr erquicklich,
Sind's, die man dorten sticht,
Die eine ist verschicklich,
Die andre aber nicht.

Der Heuschreck, der voll Freude
Von beiden was bekam,
Fand, daß sie alle beide
Gleich gut und lobesam.

Die eine schmeckt er gerne,
Wie üblich, mit dem Gaum,
Die andre nur von ferne,
Gar lieblich wie ein Traum.

So ist in seiner Wildnis
Er doppelt sehr vergnügt.
Dies zeigt ja schon sein Bildnis,
Was unten beigefügt.

Mittwoch, 22. März 2017
Eine traurige Geschichte

Das Häschen saß im Kohl
Und fraß und war ihm wohl.
Nicht weit auf einem Rasen
Geht ganz gemütlich grasen
Ein Lämmlein weiß und schön.

Da ist der böse Wolf gekommen
Und hat das Lämmlein mitgenommen;
Das Häslein hat's gesehn.

Das Häschen sprang und lief
Zum Bauer hin und rief:
"O weh, o weh!
He, Bauer, he!
Grad ist der böse Wolf gekommen
Und hat dein Lämmlein mitgenommen!"

Da nahm der Bauer Rüppel
Den dicken harten Knüppel,
Sprach: "Danke, lieber Hase!"

Und schlug ihn auf die Nase.

Dann spricht er mit Gekicher:
"Mein Kohl ist sicher!"

Montag, 13. März 2017
Materie und Musik

Ein Onkel, der Gutes mitbringt,
Ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.

Ältere Beiträge

Anmelden

  Alle Inhalte Copyright: Dr. Georg Ruppelt - freier Autor und Leitender Bibliotheksdirektor a. D.